Grande Dame gewinnt das Zeitfahren

Kupfernagel lässt es krachen

 

22.08.2007 · Weltranglistenzweite Nicole Cooke nur 23. - Lobende Worte für die Organisatoren

Hanka Kupfernagel, die Grande Dame des deutschen Radrennsports, gewann den Prolog des Frauen-Etappenrennens. "Das habe ich nicht erwartet", war die 33-Jährige perplex.

ALBSTADT. Mit einem Schnitt von fast 50 Stundenkilometern fegte die dreifache Weltmeisterin vom Team Charlottenburg die Strecke vom Rathausplatz in Truchtelfingen zur Tailfinger Volksbank hinauf und auf der anderen Straßenseite wieder hinunter. In einer Zeit von 4:50,82 Minuten nahm Kupfernagel der Zweitplatzierten Noemi Cantele vom Schweizer Rennstall Bigla viereinhalb Sekunden auf der vier Kilometer langen Zeitfahrstrecke ab.

Mehrere hundert Zuschauer hatten dem ersten UCI-Rennen in Albstadt einen würdigen Rahmen gegeben. Schon lange vor dem Start-schuss stellten sie sich mit Ratschen bewaffnet auf und applaudierten den Fahrerinnen.

Pünktlich um 18 Uhr fand sich die erste Fahrerin im Starthäuschen ein, ließ von der technischen Kommission ihr Zweirad überprüfen und stieg die Startrampe empor, die ihr den nötigen Schwung für die ersten Meter liefern sollte. Die Uhr tickte herunter, Lydia Wegemund vom Team Charlottenburg klickte ihre Schuhe in die Pedale, während sie am Sattel von Julian Kolatschek {RSV Tailfingen) festgehalten wurde und trat kräftig durch als der Piepton kam.

Sofort machte sich die nächste Starterin bereit, die eine Minute später auf die Strecke gelassen wurde. Zu jeder Fahrerin fielen Moderator Stefan Bock ein paar Worte ein, bei einigen reichte die Minute kaum aus, um alle Erfolge zu erwähnen. Schließlich waren die Weltbesten zu Gast, nur ganz wenige hatten auf den ultimativen Härtetest kurz vor der WM in Stuttgart verzichtet.


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Konzentriert zum Sieg: Hanka Kupfernagel gewann das Zeitfahren.


Die meisten Teamchefs hatten ihre Spitzenleute bis zuletzt aufgespart. Umso größer war die Überraschung, als die 22 Jahre junge Dänin Linda Villumsen als Startfahrerin von T-Mobile mit 4:55,69 unter der Schallmauer von fünf Minuten blieb und am Ende Dritte wurde.

Diese Bestzeit hatte eine halbe Ewigkeit Bestand. Lediglich die Amerikanerinnen, die ein phantastisches Mannschaftsergebnis einfuhren, kamen ihr gefährlich nahe. Erst ein halbe Stunde später, als der Regen eingesetzt hatte, wurde die Zeit der Dänin geknackt von der Schweizerin Noemi Cantele, die gerade mal 26 Hundertstel schneller war. "Ich bin überglücklich über dieses Ergebnis", strahlte die 26-Jährige: "Denn ich mag Regen überhaupt nicht und bin keine Zeitfahrspezialistin. Die bergige Strecke in Pfeffingen liegt mir mehr."

Eine Sekunde aufs Podest fehlte der Weltranglistensechsten Trixi Worrack von der Equipe NJürnber-ger, die als Titelverteidigerin nach Albstadt gekommen war. Ebenso wie ihre Teamgefährtin Andrea Graus blieb sie aber noch unter fünf Minuten und hielt den Abstand auf Kupfernagel in Grenzen.

Die Siegerin war überrascht, dass die Weltranglistenzweite Nicole Cooke (Raleigh Lifeforce Creation) nur mit großem Rückstand auf Rang 23 zu finden war: "Cooke hätte ich mehr zugetraut, aber ein so kurzes Zeitfahren ist eben nicht jedermanns Sache." Trotzdem werde die Australierin auf den beiden weiteren Etappen zu beachten sein.

Ganz besonders heute auf den bergigen 100 Kilometern zwischen Pfeffingen und Tailfingen. Die Junioren starten um 17.30 Uhr, die Frauen um 18 Uhr. "Ich hoffe, dass ich an den Spitzenleuten dran bleiben kann. Aber ehrlich gesagt würde ich lieber noch einmal ein doppelt so langes Zeitfahren machen", kamen in ihr die Erinnerungen an frühere Einsätze in Albstadt hoch.

Lobende Worte hatte Kupfernagel für die Organisatoren übrig, die es erneut geschafft hätten, ein höchst attraktives Rennen auf die Beine zu stellen, das in jeder Hinsicht für eine WM-Vorbereitung tauge, denn "sonst wären nicht so viele klasse Fahrerinnen hier."

von Zollern-Alb-Kurier, 22.08.2007

 

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